Mehrwertsteuer-Einnahmen in Deutschland

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Die Mehrwertsteuer brachte Bund, Ländern und Gemeinden 2025 rund 310,2 Milliarden Euro ein – einschließlich Einfuhrumsatzsteuer. Das ist fast ein Drittel aller Steuereinnahmen in Deutschland und mehr als jede andere Steuer. Das Aufkommen wird nach dem Finanzausgleichsgesetz auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufkommen 2025: 310,2 Mrd. € (+2,7 % zum Vorjahr), laut Statistischem Bundesamt.
  • Anteil an allen Steuern: rund 31 % von 989,8 Mrd. € – vor der Lohnsteuer (262,7 Mrd. €).
  • Verteilung: Bund und Länder erhalten jeweils knapp die Hälfte, die Gemeinden einen kleinen Anteil (§ 1 FAG).
  • Rechnerisch rund 3.700 € Umsatzsteuer pro Einwohner und Jahr.
Inhalt
  1. Mehrwertsteuer-Einnahmen 2025 in Zahlen
  2. Entwicklung der Einnahmen
  3. Wer bekommt die Mehrwertsteuer? Die Verteilung
  4. Warum die Mehrwertsteuer so ergiebig ist
  5. Was eine Satzänderung bringen würde
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

Mehrwertsteuer-Einnahmen 2025 in Zahlen

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17.4.2026; Anteil eigene Berechnung.
Kennzahl2025
Steuern vom Umsatz (Umsatzsteuer und Einfuhrumsatzsteuer)310,2 Mrd. €
Veränderung zum Vorjahr+2,7 %
Steuereinnahmen insgesamt (vor Verteilung)989,8 Mrd. €
Anteil der Umsatzsteuer31,3 %
zum Vergleich: Lohnsteuer262,7 Mrd. €

Die Steuern vom Umsatz bestehen aus zwei Teilen: der Umsatzsteuer auf Lieferungen und Leistungen im Inland und der Einfuhrumsatzsteuer auf Importe aus Drittländern. Nach der Steuerschätzung vom Oktober 2024 entfiel rund ein Viertel des Aufkommens auf die Einfuhrumsatzsteuer.

Entwicklung der Einnahmen

Steuern vom Umsatz (kassenmäßig, einschließlich Einfuhrumsatzsteuer): BMF-Monatsberichte, jeweils Januar-Ausgabe des Folgejahres; 2025: BT-Drs. 21/6860. Gesamtsteuern: Destatis, Tabelle 71211-0001 (Datenstand September 2026).
JahrSteuern vom UmsatzSteuern insgesamtBesonderheit
2019243,3 Mrd. €799,3 Mrd. €letztes Jahr vor Corona
2020219,5 Mrd. €739,7 Mrd. €Senkung auf 16 % und 5 % im 2. Halbjahr
2021250,8 Mrd. €833,2 Mrd. €Rückkehr zu 19 % und 7 %
2022284,9 Mrd. €895,7 Mrd. €hohe Inflation
2023291,4 Mrd. €915,8 Mrd. €Inflation, Gas befristet 7 %
2024302,1 Mrd. €947,7 Mrd. €Gastronomie wieder 19 %
2025310,2 Mrd. €989,8 Mrd. €

Weil die Umsatzsteuer auf Preise erhoben wird, steigt ihr Aufkommen mit der Inflation – besonders deutlich 2022 mit einem Plus von rund 14 %. 2023 wuchs es dagegen nur um gut 2 % und damit langsamer als die Verbraucherpreise, weil sich der Konsum schwach entwickelte. Warum das so ist und wie Steuersätze ihrerseits die Inflationsrate beeinflussen, erklärt Mehrwertsteuer und Inflation. Der Einbruch 2020 geht zum Teil auf die befristete Mehrwertsteuersenkung 2020 zurück, zum Teil auf den Konsumrückgang in der Pandemie.

Wer bekommt die Mehrwertsteuer? Die Verteilung

Die Umsatzsteuer ist eine Gemeinschaftsteuer nach Art. 106 Abs. 3 Grundgesetz. Wie sie aufgeteilt wird, regelt § 1 des Finanzausgleichsgesetzes (FAG): Zunächst gilt ein Grundschlüssel von rund 52,8 % für den Bund, 45,2 % für die Länder und 2,0 % für die Gemeinden. Dieser wird jedes Jahr um gesetzlich festgelegte Festbeträge korrigiert, mit denen der Bund Aufgaben der Länder und Kommunen mitfinanziert. 2025 verschoben diese Beträge rund 14,0 Mrd. € vom Bund zu den Ländern (11,3 Mrd. €) und Gemeinden (2,6 Mrd. €).

Quelle: Bericht der Bundesregierung zum Ausgleichsjahr 2025, BT-Drs. 21/6860 vom 22.6.2026, Tabelle 2 (Aufkommen 310,2 Mrd. €). Anteile gerundet.
EbeneGrundschlüssel2025 tatsächlichAnteil
Bund52,81 %149,8 Mrd. €48,3 %
Länder45,19 %151,5 Mrd. €48,8 %
Gemeinden2,00 %8,8 Mrd. €2,8 %

Den Länderanteil verteilen die Länder untereinander grundsätzlich nach Einwohnerzahl; über den Finanzkraftausgleich erhalten finanzschwächere Länder Zu- und Abschläge (§§ 2, 4 FAG). Die Gemeinden bekommen ihren Anteil nach einem Schlüssel, der sich an der Wirtschaftskraft orientiert. Ausführlich: Verteilung der Mehrwertsteuer.

Die EU-Eigenmittel

Ein kleiner Teil der Mehrwertsteuer fließt indirekt an die EU: Die Mitgliedstaaten zahlen eine Abgabe von 0,3 % auf eine harmonisierte Mehrwertsteuer-Bemessungsgrundlage. Insgesamt gingen 2025 laut Destatis 34,9 Mrd. € Steuern an die EU – darin sind auch Zölle und andere Eigenmittel enthalten.

Warum die Mehrwertsteuer so ergiebig ist

Die Kehrseite: Steuerbetrug, etwa Karussellgeschäfte mit innergemeinschaftlichen Lieferungen, verursacht hohe Ausfälle. Die EU-Kommission schätzt die Mehrwertsteuerlücke – die Differenz zwischen theoretisch erwartetem und tatsächlichem Aufkommen – für die EU auf jährlich zweistellige Milliardenbeträge. Gegenmaßnahmen sind unter anderem Reverse Charge und die E-Rechnungspflicht.

Was eine Satzänderung bringen würde

Satzänderungen haben große Haushaltswirkung. Die befristete Senkung im zweiten Halbjahr 2020 kostete laut Bundesregierung rund 20 Mrd. €. Umgekehrt wird eine Erhöhung des Regelsatzes regelmäßig als Finanzierungsquelle genannt. 2026 diskutierte Modelle mit 21 % oder 22 % sind nach Angaben des Bundesfinanzministers nicht Teil der Haushaltsplanung 2027 (Stand: Oktober 2026). Wie solche Vorschläge die Preise beeinflussen würden, zeigt der Rechner für Preisänderungen bei neuem Steuersatz; den Stand der Debatte die Seite Mehrwertsteuer-Erhöhung.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Mehrwertsteuer-Einnahmen in Deutschland?

2025 nahm der Staat 310,2 Milliarden Euro an Steuern vom Umsatz ein, einschließlich Einfuhrumsatzsteuer. Das waren 2,7 % mehr als im Vorjahr.

Welchen Anteil hat die Mehrwertsteuer an allen Steuern?

Rund 31 %. Sie ist damit die aufkommensstärkste Steuer, vor der Lohnsteuer mit 262,7 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Wer bekommt die Mehrwertsteuer: Bund oder Länder?

Beide. Nach dem Finanzausgleichsgesetz erhalten Bund und Länder jeweils knapp die Hälfte, die Gemeinden einen kleinen Anteil.

Fließt die Mehrwertsteuer an die EU?

Nur ein kleiner Teil: Die Mitgliedstaaten führen 0,3 % einer harmonisierten Mehrwertsteuer-Bemessungsgrundlage als Eigenmittel an den EU-Haushalt ab.

Quellen

  • Statistisches Bundesamt: Steuereinnahmen 2025 summieren sich auf rund 990 Milliarden Euro (Pressemitteilung vom 17.4.2026); Tabelle 71211-0001
  • Bundesministerium der Finanzen: Monatsberichte Januar 2020, 2021, 2022, 2024, 2025 und 2026 (Steuereinnahmen im Dezember bzw. im Haushaltsjahr)
  • §§ 1, 2, 4 Finanzausgleichsgesetz (FAG); Art. 106 Grundgesetz – gesetze-im-internet.de
  • Deutscher Bundestag, Drucksache 21/6860 vom 22.6.2026 (Bericht zum Ausgleichsjahr 2025)
  • Arbeitskreis Steuerschätzungen: Ergebnisse der Steuerschätzung Oktober 2024
  • Beschluss (EU, Euratom) 2020/2053 über das Eigenmittelsystem der EU