Mehrwertsteuersätze in der EU 2026
Alle 27 EU-Staaten erheben eine Mehrwertsteuer nach gemeinsamen Regeln – die Höhe legt aber jedes Land selbst fest. 2026 reicht die Spanne beim Normalsatz von 17 % in Luxemburg bis 27 % in Ungarn. Deutschland liegt mit 19 % im unteren Drittel.
Das Wichtigste in Kürze
- Niedrigster Normalsatz: Luxemburg mit 17 %, danach Malta (18 %), Deutschland und Zypern (je 19 %).
- Höchster Normalsatz: Ungarn mit 27 %, danach Finnland (25,5 %), Dänemark, Kroatien und Schweden (je 25 %).
- Der ungewichtete Durchschnitt der 27 Normalsätze liegt bei rund 21,9 %.
- EU-Recht schreibt einen Normalsatz von mindestens 15 % vor.
Inhalt
Mehrwertsteuer-Normalsätze in der EU 2026
| Land | Normalsatz | Bezeichnung | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Belgien | 21 % | TVA / BTW | |
| Bulgarien | 20 % | ДДС (DDS) | |
| Dänemark | 25 % | moms | kein ermäßigter Satz |
| Deutschland | 19 % | USt. / MwSt. | |
| Estland | 24 % | käibemaks | seit 1.7.2025 (vorher 22 %) |
| Finnland | 25,5 % | arvonlisävero (ALV) | seit 1.9.2024 (vorher 24 %) |
| Frankreich | 20 % | TVA | |
| Griechenland | 24 % | ΦΠΑ (FPA) | auf einigen Inseln reduziert |
| Irland | 23 % | VAT | |
| Italien | 22 % | IVA | |
| Kroatien | 25 % | PDV | |
| Lettland | 21 % | PVN | |
| Litauen | 21 % | PVM | |
| Luxemburg | 17 % | TVA | niedrigster Satz der EU |
| Malta | 18 % | VAT | |
| Niederlande | 21 % | BTW | Hotels seit 2026 mit 21 % |
| Österreich | 20 % | USt. | 4,9 % auf Grundnahrungsmittel seit 1.7.2026 |
| Polen | 23 % | VAT / PTU | |
| Portugal | 23 % | IVA | Madeira und Azoren niedriger |
| Rumänien | 21 % | TVA | seit 1.8.2025 (vorher 19 %) |
| Schweden | 25 % | moms | |
| Slowakei | 23 % | DPH | seit 1.1.2025 (vorher 20 %) |
| Slowenien | 22 % | DDV | |
| Spanien | 21 % | IVA | Kanaren: eigene Steuer IGIC |
| Tschechien | 21 % | DPH | |
| Ungarn | 27 % | ÁFA | höchster Satz der EU |
| Zypern | 19 % | ΦΠΑ (FPA) |
Länder nach Höhe des Normalsatzes
| Satz | Länder |
|---|---|
| 27 % | Ungarn |
| 25–25,5 % | Finnland, Dänemark, Kroatien, Schweden |
| 24 % | Estland, Griechenland |
| 23 % | Irland, Polen, Portugal, Slowakei |
| 22 % | Italien, Slowenien |
| 21 % | Belgien, Lettland, Litauen, Niederlande, Rumänien, Spanien, Tschechien |
| 20 % | Bulgarien, Frankreich, Österreich |
| 19 % | Deutschland, Zypern |
| 17–18 % | Malta, Luxemburg |
Die EU-Regeln für Mehrwertsteuersätze
Grundlage ist die Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie (Richtlinie 2006/112/EG). Sie legt fest:
- Normalsatz mindestens 15 % – eine Obergrenze gibt es nicht.
- Bis zu zwei ermäßigte Sätze von mindestens 5 % für Waren und Leistungen aus einer abschließenden Liste (Anhang III), etwa Lebensmittel, Bücher, Medikamente, Personenbeförderung und Kultur.
- Seit der Reform von 2022 (Richtlinie 2022/542) dürfen Mitgliedstaaten zusätzlich einen Satz unter 5 % oder einen Nullsatz für bis zu sieben Kategorien des Grundbedarfs anwenden – etwa Lebensmittel, Medikamente oder Solaranlagen. Darauf beruhen der deutsche Nullsatz für Photovoltaik und Österreichs 4,9 % auf Grundnahrungsmittel.
- Historisch gewachsene Sonderregeln (z. B. Nullsätze in Irland oder stark ermäßigte Sätze in Frankreich, Italien und Spanien) dürfen unter Bedingungen fortgeführt werden.
Welcher Steuersatz gilt bei Geschäften über die Grenze?
Für Verbraucher ist es einfach: Sie zahlen beim Einkauf vor Ort den Satz des Landes, in dem Sie einkaufen, und bekommen ihn innerhalb der EU nicht erstattet. Für Unternehmen kommt es auf die Art des Geschäfts an:
| Geschäft | Anzuwendender Satz | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Ware an Unternehmen in anderem EU-Land | steuerfreie Lieferung, Kunde versteuert (Erwerbsteuer) | innergemeinschaftliche Lieferung |
| Dienstleistung an Unternehmen in anderem EU-Land | netto, Kunde versteuert (Reverse Charge) | Reverse Charge |
| Onlinehandel an Privatkunden unter 10.000 € EU-weit | deutscher Satz | Fernverkaufsschwelle |
| Onlinehandel an Privatkunden über 10.000 € EU-weit | Satz des Kundenlandes, Meldung über OSS | OSS-Verfahren |
| Digitale Dienstleistungen an Privatkunden | Satz des Kundenlandes (ab 10.000 €) | Software und SaaS |
Mehrwertsteuer außerhalb der EU
Auch die meisten Nicht-EU-Staaten erheben eine Mehrwertsteuer. Einige Beispiele mit Bedeutung für deutsche Reisende und Unternehmen:
- Schweiz und Liechtenstein: 8,1 %
- Norwegen: 25 %
- Großbritannien: 20 %
- Türkei: 20 %
- Vereinigte Arabische Emirate: 5 %
- USA: keine Mehrwertsteuer, sondern Sales Tax der Bundesstaaten
Bei Einkäufen außerhalb der EU können Reisende sich die Steuer oft erstatten lassen: Tax-Free-Shopping.
Häufige Fragen
Welches EU-Land hat die niedrigste Mehrwertsteuer?
Luxemburg mit einem Normalsatz von 17 %.
Welches EU-Land hat die höchste Mehrwertsteuer?
Ungarn mit 27 %.
Gibt es einen einheitlichen EU-Mehrwertsteuersatz?
Nein. Die EU gibt nur einen Rahmen vor (Normalsatz mindestens 15 %, ermäßigte Sätze für bestimmte Kategorien). Die konkreten Sätze legt jeder Mitgliedstaat fest.
Bekomme ich die Mehrwertsteuer im EU-Ausland zurück?
Als Privatperson mit Wohnsitz in der EU nicht. Unternehmen können ausländische Vorsteuer über das Vorsteuervergütungsverfahren zurückholen.
Quellen
- Europäische Kommission: VAT rates applied in the Member States of the European Union / Taxes in Europe Database
- Richtlinie 2006/112/EG und Richtlinie (EU) 2022/542 zu den Mehrwertsteuersätzen