Mehrwertsteuer im Deutschlandticket

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Im Deutschlandticket stecken 7 % Mehrwertsteuer. Bei 63 € im Monat (Preis 2026) sind das 4,12 € Steuer und 58,88 € netto. Ab dem 1. Januar 2027 kostet das Ticket 66,80 €; der Steueranteil steigt dann auf 4,37 €.

Deutschlandticket: Steueranteil berechnen

Rechenrichtung
Steuersatz
Nettobetrag58,88 €Mehrwertsteuer (7 %)4,12 €Bruttobetrag63,00 €

Das Wichtigste in Kürze

  • 7 % Mehrwertsteuer, weil das Ticket Fahrten im Nahverkehr und im Schienenverkehr umfasst (§ 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG).
  • 2026: 63,00 € = 58,88 € netto + 4,12 € MwSt.; ab 2027: 66,80 € = 62,43 € netto + 4,37 € MwSt.
  • Jobticket mit Arbeitgeberzuschuss ist lohnsteuerfrei (§ 3 Nr. 15 EStG); Unternehmer können die 7 % unter Umständen als Vorsteuer abziehen.
  • Für den Vorsteuerabzug reicht in der Regel der Fahrausweis bzw. die Abo-Rechnung mit Steuersatz.
Inhalt
  1. Warum gelten 7 % für das Deutschlandticket?
  2. Preis und Steueranteil seit 2023
  3. Wohin fließt die Mehrwertsteuer aus dem Ticket?
  4. Jobticket: Lohnsteuer und Umsatzsteuer
  5. Deutschlandticket in der Buchhaltung von Selbstständigen
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

Warum gelten 7 % für das Deutschlandticket?

Nach § 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG sind Personenbeförderungen ermäßigt, und zwar

Das Deutschlandticket gilt im Nahverkehr: Regionalzüge, S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Linienbusse. Alle diese Leistungen fallen unter den ermäßigten Satz. Fernzüge wie ICE und IC sind nicht enthalten – für sie gelten beim Einzelkauf aber ebenfalls 7 % (Mehrwertsteuer bei Bahntickets). Fernbusse über 50 km kosten dagegen 19 %.

Preis und Steueranteil seit 2023

Jahreswerte aus dem Jahrespreis (12 Monate) berechnet; Rundungsdifferenzen möglich.
ZeitraumMonatspreisNettoMwSt. 7 %MwSt. pro Jahr
Mai 2023 – Dezember 202449,00 €45,79 €3,21 €38,47 €
202558,00 €54,21 €3,79 €45,53 €
202663,00 €58,88 €4,12 €49,46 €
ab 1.1.202766,80 €62,43 €4,37 €52,44 €

Den Preis für 2027 haben Bund und Länder am 30. September 2026 auf Grundlage des im Frühjahr 2026 vereinbarten Kostenindex festgelegt (Erhöhung um 3,80 €). Der Index soll jedes Jahr bis 30. September für das Folgejahr neu berechnet werden.

So rechnen Sie selbst: Bruttopreis ÷ 1,07 = Nettopreis; Bruttopreis × 7 ÷ 107 = Steuer. Formeln und Beispiele: Mehrwertsteuer rausrechnen und 7 % Mehrwertsteuer.

Wohin fließt die Mehrwertsteuer aus dem Ticket?

Die Steuer führen die Verkehrsunternehmen bzw. Verbünde ab, die das Ticket verkaufen. Die Einnahmen werden nach dem allgemeinen Schlüssel zwischen Bund, Ländern und Gemeinden aufgeteilt (Verteilung der Mehrwertsteuer). Gleichzeitig zahlen Bund und Länder jeweils 1,5 Mrd. € pro Jahr als Ausgleich für die Einnahmeverluste der Verkehrsunternehmen. Ein Teil dieser Zuschüsse kehrt also über die Umsatzsteuer an den Staat zurück. Die Ausgleichszahlungen selbst sind echte Zuschüsse und unterliegen nicht der Umsatzsteuer.

Jobticket: Lohnsteuer und Umsatzsteuer

Arbeitgeber können das Deutschlandticket als Jobticket anbieten. Bei einem Arbeitgeberzuschuss von mindestens 25 % gewähren die Verkehrsunternehmen zusätzlich 5 % Rabatt. 2027 kostet das Jobticket ohne Zuschuss so 63,46 € (2026: 59,85 €).

Jobticket 2027Betrag
Ticketpreis nach 5 % Rabatt63,46 €
darin enthaltene Umsatzsteuer (7 %)4,15 €
Arbeitgeberzuschuss (Beispiel 25 % von 66,80 €)16,70 €
Eigenanteil Arbeitnehmer46,76 €

Lohnsteuer: Zuschüsse zum Jobticket zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn sind nach § 3 Nr. 15 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei; sie mindern die Entfernungspauschale. Alternativ ist eine Pauschalversteuerung mit 25 % möglich.

Umsatzsteuer: Ob der Arbeitgeber Vorsteuer aus Jobtickets abziehen kann, hängt von der Gestaltung ab. Zahlt er nur einen Zuschuss und der Arbeitnehmer ist selbst Vertragspartner des Verkehrsunternehmens, hat der Arbeitgeber keine Eingangsrechnung und keinen Vorsteuerabzug. Erwirbt er die Tickets selbst und überlässt sie kostenlos für private Fahrten und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, ist der Vorsteuerabzug in der Regel ausgeschlossen. Ob bei einer Weitergabe gegen Eigenanteil ein Vorsteuerabzug möglich ist, hängt vom Einzelfall ab. Die richtige Gestaltung sollten Arbeitgeber mit ihrer Steuerberatung klären.

Deutschlandticket in der Buchhaltung von Selbstständigen

Selbstständige, die das Ticket auch für Fahrten zu Kunden nutzen, können es dem Unternehmen zuordnen. Bei überwiegend beruflicher Nutzung ist die Umsatzsteuer von 4,12 € pro Monat (2026) als Vorsteuer abziehbar. Als Beleg genügt die Abo-Rechnung des Verkehrsunternehmens. Fahrausweise sind nach § 34 UStDV Rechnungen, wenn sie Entgelt und Steuer in einer Summe, den Steuersatz und den Namen des Unternehmers enthalten. Nutzen Sie das Ticket auch privat, ist der private Anteil herauszurechnen. Zur Buchung: Umsatzsteuer buchen.

Häufige Fragen

Wie viel Mehrwertsteuer ist im Deutschlandticket?

7 %. Beim Preis von 63,00 € (2026) sind das 4,12 € pro Monat, ab 2027 bei 66,80 € dann 4,37 €.

Was kostet das Deutschlandticket 2027?

66,80 € pro Monat ab dem 1. Januar 2027. Bund und Länder haben die Erhöhung um 3,80 € am 30. September 2026 festgelegt.

Kann ich die Mehrwertsteuer vom Deutschlandticket absetzen?

Als Unternehmer ja, soweit Sie das Ticket für Ihr Unternehmen nutzen. Arbeitnehmer können die Umsatzsteuer nicht zurückholen; ihre Fahrtkosten wirken sich nur bei der Einkommensteuer aus.

Warum hat das Deutschlandticket nicht 19 % Mehrwertsteuer?

Weil Fahrten im Schienenverkehr und im Nahverkehr bis 50 km nach § 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG ermäßigt besteuert werden.

Quellen

  • § 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG; § 34 UStDV (Fahrausweise als Rechnungen)
  • Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW: Deutschlandticket – neuer Preis ab 2027 (30.9.2026)
  • Verkehrsministerkonferenz, Sondersitzung vom 18.9.2025: Preis 63 € ab 1.1.2026
  • Die Bundesregierung: Deutschlandticket – Fragen und Antworten
  • § 3 Nr. 15 und § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG (Jobticket)